Sunday, January 01, 2006

Gewinnbenachrichtigung am 18.06.04

Auch ich als Computer "Hasser" konnte mich irgendwann nicht mehr dem Internet verschließen und fand über Google zum Auswanderer-Forum. Hier treffen sich Amerika Begeisterte, Auswanderungswillige, Deutsche die mit einem Amerikaner verheiratet sind, bereits Deutsche die ausgewandert sind, usw. zum Austausch von Informationen. Ich war begeistert. Endlich konnte ich mich mit Menschen austauschen, die ebenfalls von dern USA begeistert sind. Konnte deren Geschichten lesen und merkte auch, das ich mit meinem für alle anderen "verrückten Traum" gar nicht alleine darstehe. Im Forum ging es dann auch ab Mai los, die Gewinner der DV-2004 wurden so langsam benachrichtigt. Auch ich wurde mal wieder angesteckt und ging jeden Morgen voller Erwartung zum Briefkasten.... Auch am 18.06.2004 und wieder war nichts im Briefkasten.

Ich erinnere mich aber noch ganz genau was dann am Abend passierte. Christian saß mal wieder vor dem PC und las seine E-Mails. Ich telefonierte gerade mit Marc, dem Vater meines selbsternannten Patenkindes und war am Klönen. Da sagte Christian plötzlich ganz trocken:
" Martina, Du hast in der Greencard Lotterie gewonnen", hier ist ne E-mail von American Dream (wir hatten aus Faulheit über eine Agentur mitgemacht). Ich war voll von den Socken, mußte sofort das Telefonat beenden und hab mir ungefähr 3.000 mal die E-Mail durchgelesen...

Doch damit nicht alles, ich wußte ja aus dem Forum, das wenn man eine Gewinnbenachrichtigung bekommt, man noch lange nicht gewonnen hat. Es kommt nämlich auf die sogenannte Case-Nr. an. Wenn diese zu hoch ist, hat man schlechte Karten, da es sein kann das bis dahin alle Greencards bereits vergeben sind. Es werden nämlich ca. 100.000 Personen benachrichtigt, aber letztendlich nur 55.000 Greencards vergeben. Wie sollte es auch anders sein, von einer Case Nr. stand in der E-Mail natürlich nichts.... Es war auch schon spät Abends, so das die Agentur telefonisch nicht mehr erreichbar war und natürlich noch ein Freitag. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie ich am Rad gedreht habe....

Zum Glück ist American Dream auch Samstags tel. erreichbar, so daß ich direkt am nächsten Morgen anrufen konnte. Dort wurde mir dann telefonisch meine Case.Nr. mitgeteilt und ich kann von Glück sagen, das sie sehr niedrig war (2005EU00003409 ---- steht für Finanzjahr 2005/Europa/Bearbeitungsnr.). So konnte ich dann doch etwas beruhigter auf die Unterlagen zum Ausfüllen, die mit der Post kommen sollten warten. Im Internet fand ich dann schonmal heraus, daß bei dieser niedrigen Case.Nr., mit dem Interviewtermin bei der US-Botschaft in Frankfurt im Oktober/November zu rechnen sei.

Was bedeutete das jetzt für uns:

1. Klar erstmal die Papiere abwarten, als die dann da waren konnte ich echt mein ganzes Leben Revue passieren lassen. Man mußte wirklich alles angeben, wo man gelebt hat, wie die Schulausbildung ist, welche Arbeitgeber man hatte, die Eltern, etc. Mit dem Raussuchen der Daten war ich dann erstmal das komplette Wochenende beschäftigt. Und hier war ich dann doch erstmal sehr froh, daß wir über eine Agentur teilgenommen hatten, da wir eine Übersetzung und Ausfüllhilfe gestellt bekamen. Die Unterlagen mußten dann nach Amerika zum KCC geschickt werden. Abgeschickt hatte ich diese am 29.06.04 über die Dt. Post mit Einschreiben Rückschein. Was hab ich mich verrückt gemacht, daß die Unterlagen dort auch tatsächlich ankommen. Es sollte über 2 Wochen dauern bis der blöde Rückschein endlich da war. Von da an war mir auch das Geld egal. Es war klar, das Christians Unterlagen nach unserer Hochzeit auf alle Fälle mit FedEx gehen würden, egal was es kosten sollte....

2. Tja, wenn Christian und ich zusammenbleiben wollten und er mit nach Amerika wollte, mußte er mich heiraten und zwar vor dem Interviewtermin, nur als Lebensgefährte, bzw. Verlobter hätte er keinen Anspruch auf eine Greencard.... Das stellte uns dann vor das nächst größere Problem: "Wie bringen wir das unseren Eltern bei" ? Ich will hier auch jetzt gar nicht näher darauf eingehen, aber einfach war es nicht! Sie sind nämlich erstmal aus allen Wolken gefallen. Über die Diskussionen, weshalb es unbedingt die USA sein müssen mal ganz abgesehen. Zum Glück haben sie dann letztendlich eingesehen, daß Sie uns so oder so nicht davon abringen können und uns dann ganz toll unterstützt und uns wirklich ein Hochzeitsfest geschenkt, was wir uns zwar so erträumt, aber alleine nie hätten auf die Beine stellen können. An dieser Stelle nochmals unseren Herzlichen Dank für diesen schönen Tag. (Bericht Hochzeit folgt)
Im Nachhinein bin ich sehr froh, daß mir Christian bereits vorher einen Antrag gemacht hat und ja sowieso fest stand, das wir auf jeden Fall heiraten wollen. Letztendlich wurde die Hochzeit durch den Gewinn der Greencard nur etwas beschleunigt....

Martina

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