Thursday, January 05, 2006

November/Dezember 2004 --- Warten auf die Pässe

Eigentlich hieß es ja, die Pässe liegen uns mit Visa innerhalb der nächsten zwei Wochen vor. Wir hatten für den 19.12.04 einen Flug nach Denver gebucht (Aktivierungsreise), bereits vor dem Interviewtermin. Eigentlich soll man das ja nicht machen, da es ja passieren kann, daß das Visum nicht erteilt wird. Da wir aber alle Vorraussetzungen erfüllten, waren wir uns sicher, daß unser Visum genehmigt wird. Außerdem konnten wir nur noch im Dezember/Januar fliegen, da Christian ansonsten wieder Uni hatte und ich ja dann mit der Schwangerschaft zu weit fortgeschritten gewesen wäre. Laut Arzt war auch der 5./6. Monat die bester Reisezeit um einen so langen Flug in Kauf zu nehmen. Nach Berichten im Internet kamen bei fast allen Anderen die Pässen schon nach 4-5 Tagen, vor allen Dingen, bei denen, die vorher schon beim Vertragsarzt gewesen sind. Ich natürlich jeden Tag zum Briefkasten gerannt. Nach einer Woche wurde ich schon etwas kribbelig, dachte aber gut, es kann ja auch zwei Wochen dauern. Nach den zwei Wochen war ich mit dem Nerven schon ziemlich am Ende. Ich habe dann im Konsulat angerufen und hatte an diesem ersten Tag auch Glück und erreichte gleich jemanden. Später sollte sich herausstellen, daß dies ein Glücksfall war. Die freundliche Dame schaute sich unsere Unterlagen an und es stellte sich heraus, daß sie versäumt hatten über meinen neuen Nachnamen einen sogenannten FBI-Check durchzuführen. Ich erläuterte Ihr nochmals die Situation, gerade auch im Hinblick darauf, daß ich schwanger war und unser Flieger am 19.12. gehen würde. Sie sagte mir zu, sich schnellstmöglich um die Angelegenheit zu kümmern. Sollte innerhalb dieser Woche dann die Pässe noch immer nicht bei uns eingegangen sein, sollte ich mich auf alle Fälle nochmals melden. Ich war natürlich beruhigt und dachte: "Ok, die Pässe werden dann so Ende der Woche da sein." Von wegen. Nichts.... Der Briefkasten wies gähnende Leere auf. Und dann fing die Aufregung erst richtig an. Ich scheiterte an der Telefonleitung. Sprechzeiten sind sowieso nur von 14-16 Uhr. Entweder war besetzt und wenn frei war ist keiner dran gegangen. Dann konnte ich ja auch nicht so telefonieren, da auf der Arbeit kein Mensch Bescheid wußte. Dort wollte ich das ganze natürlich erst mitteilen, wenn alles in trockenen Tüchern war. Am zweiten Tag versuchte es Christian, auch er kam nicht durch. Und so ging es circa 4 Tage, bis ich endlich jemanden erreichen konnte. Diese Dame war dann nicht ganz so freundlich, sagte mir aber zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern und ich sollte weiterhin versuchen jeden Tag anzurufen und zu fragen, ob die Pässe versandtfertig wären. Ich hatte nämlich gesagt, daß wir diese dann abholen und der Versand nicht noch durch den Postweg verzögert wird. Mittlerweile rückte der 19.12. immer näher und wir hatten noch immer nicht die Pässe. Dienstags konnte ich dann endlich wieder jemanden erreichen und dann sagte mir die Dame, Ihre Pässe wurden heute versandt. Da war ich dann mit den Nerven am Ende. Da diese mit Einschreiben + Übergabe versandt wurde und nur noch 4 Tage Zeit war, bin ich bald am Telefon zusammen gebrochen. Und jetzt kommt noch der grönende Abschluß. Da unser Briefträger zu faul ist, in den 3. Stock hochzulaufen, warf er mittwochs einfach nur das Abholkärtchen in den Briefkasten. Da wars dann echt ganz vorbei. Nicht, daß ich die ganzen Tage schon am Heulen war, da bin ich echt zusammengebrochen und hab sogar auf der Arbeit geheult (und da wußten ja nur 2 Personen was los war). An dem Tag wäre ich wohl besser ganz daheim geblieben. Diese vergangenen 2 Wochen, sowas von schrecklich, vor allen Dingen, da wir ja so unter Termindruck standen und gar nicht hätten später fliegen können. Es war wirklich schrecklich. Donnerstags morgens bin ich dann gleich zur Post gefahren und dann sagt der Typ nach Durchsicht der ganzen Sachen "Ne, hier ist nichts dabei." Haaaallllloooooo. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich bald kollabiert bin in dem Laden.... Er hat dann nochmals alles durchgeschaut und der unterste Brief war dann für uns. Ich bin dann Quasi mit dem Umschlag aus dem Geschäft gestürmt, hab mich ins Auto geschmissen und erstmal den Umschlag aufgerissen, ob auch wirklich unsere Unterlagen drin waren. ALLES DA. Ich habe dann sofort Christian angerufen und Entwarnung gegeben. Jetzt konnten wir Samstags losfliegen. Wenn ich das ganze jetzt mal Revue passieren lasse, war diese Wartezeit auf unsere Pässe das allerschlimmste an der ganzen Sache. Der arme Ben. Ich glaube, der hat in den 4 Wochen ganz schön gelitten. Der kannte seine Mama bis dahin nur als heulendes Elend. Aber er scheint es trotzdem sehr gut verkraftet zu haben und ist ein kleiner Sonnenschein geworden, anstatt eine Heulsuse. Und wir konnten uns ja schlieslich im Urlaub dann endlich von dem ganzem Visumsstress erholen....

Martina

Martina

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